Sicherheitsanforderungen gehören bei Botschaften, öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsbauten oder exklusiven Privatgebäuden zunehmend zur Gebäudeplanung.
Für die Architektur entsteht daraus eine besondere Herausforderung: Wie lässt sich ein hoher ballistischer Schutz erreichen, ohne Transparenz, Geometrie und gestalterische Qualität der Gebäudehülle unnötig einzuschränken?
Moderne beschusshemmende Verglasungen müssen deshalb mehr können als schützen. Sie müssen sich technisch und visuell in die Architektur integrieren.
Beschusshemmendes Glas – kurz erklärt
sedak entwickelt beschusshemmende Glaslösungen für sicherheitskritische Architektur. Die Systeme kommen ohne Polycarbonat aus und verbinden zertifizierten ballistischen Schutz mit großformatiger und gebogener Glasfertigung.
Mit sedak isosecure® stehen beschusshemmende Isolierverglasungen von BR2 NS bis BR7 NS zur Verfügung. sedak secuprotect® deckt als beschusshemmendes Laminat BR3 NS bis BR7 NS sowie STANAG 4569 Level 3 ab. Beide Produktfamilien sind für flache und gebogene Geometrien ausgelegt.
Wenn Sicherheit sichtbar wird
Konventionelle Sicherheitsverglasungen können durch hohe Glasdicken, komplexe Aufbauten und zusätzliche Materialien stark in Erscheinung treten. Gerade bei transparenten Fassaden steht das häufig im Widerspruch zum architektonischen Konzept: Große Glasflächen sollen leicht, ruhig und möglichst homogen wirken – auch dann, wenn sie erhöhte Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, Sicherheit nachträglich vor die Architektur zu setzen. Sie muss von Anfang an Teil der Gebäudehülle sein.
Glas statt Polycarbonat
sedak setzt bei seinen beschusshemmenden Glaslösungen auf polycarbonatfreie Aufbauten. Das bietet mehrere Vorteile für anspruchsvolle Architektur.
► Dauerhafte Glasoberfläche: Ohne Polycarbonat bleiben die typischen Eigenschaften einer Glasoberfläche erhalten. Das erhöht die Kratzbeständigkeit und verhindert eine materialbedingte Vergilbung des Polycarbonats über die Nutzungsdauer.
► Beschichtungen integrieren: Solar-, Wärmeschutz- und Antireflexbeschichtungen können abhängig von Format und Biegeanforderungen in die Verglasung integriert werden.
► Großformatige Transparenz: Die zertifizierten Glasaufbauten können in Abhängigkeit von der technischen Machbarkeit in sedak Fertigungsdimensionen bis 3,6 × 20 m umgesetzt werden.
► Flach und gebogen: Beschusshemmendes Glas ist nicht auf rechteckige, plane Sicherheitsfelder beschränkt. Zertifizierte gebogene Varianten ermöglichen den Einsatz auch bei architektonisch anspruchsvollen Geometrien.
Zwei Systeme für unterschiedliche Anforderungen
sedak isosecure® – beschusshemmendes Isolierglas
sedak isosecure® verbindet ballistischen Schutz mit dem Aufbau einer Isolierverglasung.
Das System ist nach DIN EN 1063 für Widerstandsklassen von BR2 NS bis BR7 NS ausgelegt und eignet sich insbesondere für Fassaden und andere Anwendungen in der äußeren Gebäudehülle. Flache und gebogene Varianten sind verfügbar.
sedak secuprotect® – beschusshemmendes Laminat
sedak secuprotect® ist ein hochleistungsfähiges beschusshemmendes Laminatsystem.
Die Lösungen reichen von BR3 NS bis BR7 NS und umfassen zusätzlich eine Klassifizierung nach STANAG 4569 Level 3. Der symmetrische Aufbau ermöglicht Schutz aus beiden Angriffsrichtungen; auch gebogene Geometrien sind möglich.
Sicherheit als Teil der Gebäudehülle
Beschusshemmende Verglasung ist kein isoliertes Sicherheitsbauteil. Gerade in Fassaden muss sie gleichzeitig Anforderungen an Transparenz, Wärmeschutz, Sonnenschutz, Geometrie, Glasformat und gestalterische Qualität erfüllen. Damit verändert sich auch die Planungsaufgabe. Statt Sicherheitsglas erst am Ende einer Planung zu ergänzen, sollten Schutzklasse und Glasaufbau möglichst früh gemeinsam mit den übrigen Fassadenanforderungen betrachtet werden. So lässt sich die Sicherheitsfunktion in die Architektur integrieren – statt sie sichtbar davorzusetzen.
Was Architekten frühzeitig klären sollten
Bei beschusshemmenden Verglasungen bestimmen mehrere Faktoren den technisch geeigneten Aufbau:
► Schutzklasse: Welche ballistische Bedrohung muss abgedeckt werden?
► Anwendung: Wird ein Laminat oder eine beschusshemmende Isolierverglasung benötigt?
► Format: Welche Abmessungen sind architektonisch vorgesehen?
► Geometrie: Ist das Glas flach oder gebogen?
► Beschichtungen: Welche Anforderungen bestehen an Sonnenschutz, Wärmeschutz oder Reflexion?
► Einbausituation: Wie wird die Verglasung in Fassade, Rahmen und angrenzende Konstruktionen integriert?
Die endgültige Auswahl des Glasaufbaus sollte deshalb projektbezogen im Engineering erfolgen.
Die Anforderungen an Sicherheitsarchitektur steigen. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Transparenz, große Glasflächen und individuelle Geometrien. Beschusshemmendes Glas muss diese Anforderungen nicht gegeneinander ausspielen. Wenn Sicherheit früh Teil der Planung wird, kann sie technisch hochleistungsfähig sein – und architektonisch nahezu unsichtbar bleiben.
